X6x SXGA nachrüsten

Aus ThinkPad-Wiki

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Inhaltsverzeichnis

Worum es geht

In den Augen zahlreicher Anwender ist die XGA-Auflösung ein gravierender Nachteil der ThinkPad X-Serie (bis zum Wechsel auf Breitbild). Eine höhere Auflösung war bisher nur in wenigen Tablets der X6x-Serie zu finden. In mutiger Kleinarbeit hat ein Süd-Koreaner diverse X-Modelle auf SXGA+ aufgerüstet (X31, X40, X41, X60(s), X61(s)).

Dieser Artikel beschreibt, wie sich diese Modifikation selber durchführen lässt. Sie wurde erfolgreich an einem X60s ausprobiert. Für andere X-Modelle können sich kleine Abweichungen ergeben. Es ist wohl _nicht_ möglich, das Panel in ein X6xs mit Ultralight-Display zu verbauen (auch TMD genannt).

Wichtiger Hinweis
Der Eingriff in das Display zieht den Verlust aller Garantieansprüche mit sich.
Des weiteren ist es möglich, sein Thinkpad komplett oder teilweise durch diese
Modifikation zu zerstören, wenn ein Fehler auftritt.

Vorbedingungen

Für die Modifikation (im Folgenden auch "der Mod" genannt) benötigt man Werkzeug, ein wenig Hardware (z.B. das Panel) und etwas Software.

Werkzeug

  • Dremel
  • Schraubendreher
  • Seitenschneider
  • Gewebeband
  • doppelseitiges Klebeband

Hardware

  • Ein 12"-SXGA+Panel, das in das Gehäuse reinpasst (z.B. Boe Heydis HV121P01-100, ein FlexView IPS Panel mit sehr guter Farbwiedergabe)
  • Ein Adpaterkabel für die Displayansteuerung. Das neue Panel verfügt über eine andere Pinbelegung des Anschlusses, der entsprechende Adapter sollte folgende Pinbelegung anbieten:

Wichtiger Hinweis
Dies ist nur die Pinbelegung für X6x-Displays. Bei anderen X-Serien kann die Belegung anders sein.

Software

Man benötigt ein modifiziertes BIOS, das die SXGA+ Ansteuerung anbietet. Dieses BIOS wird nicht öffentlich angeboten, kursiert aber in diversen Foren. Linux-User sollten auch ohne BIOS in den Genuss der hohen Auflösung kommen (theoretisches Wissen, noch nicht ausprobiert).

Weiteres

Das Hardware Maintenance Manual (HMM) für das entsprechende Thinkpad sollte verfügbar sein.

Durchführung

Als erstes sollte das modifizierte BIOS aufgespielt werden. Das X6x-BIOS unterstützt sowohl XGA, als auch SXGA+.

Wichtiger Hinweis
Das modifizierte BIOS für X3x bietet kein XGA-Support an. Es sollte daher direkt vor dem Mod aufgespielt werden.

Zunächst ist das alte Panel gemäß HMM auszubauen.

Das neue Panel ist ein wenig dicker, und besitzt vor allem seitliche Befestigungsösen, die erst entfernt werden müssen, damit das neue Panel zwischen die Hinges passt:

Einige der Ösen sind nur aus Plastik und können mit dem Dremel leicht entfernt werden. Andere wiederum sind mit Stahl eingefasst.

In diesem Fall erst das Plastik rausfräsen.

Danach die Ösen mit dem Seitenschneider anzwicken und abschließend die überstehenden Teile abgeschleifen. Vorsicht, der Stahl ist sehr hart: Man braucht einen guten Seitenschneider und Schleifkopf.

Wichtiger Hinweis
Das Panel ist ein sehr empfindliches Bauteil. Es sollte nicht unter Spannung gesetzt werden.
Auch sollte man nicht stark drauf drücken.
Es empfiehlt sich, Metallspäne sofort abzusaugen.

Der Kabelanschluss des Originaldisplays ist etwas mehr zum Rand hin als beim neuen, was Spielraum für das Adapterkabel schafft. Beim Einbau ist darauf zu achten, dass die Höhe und die seitliche Ausrichtung des Kabels analog zum alten Panel liegen. Sonst passt danach das ThinkLight nicht mehr oder der Bluetooth-Adapter.

Nun müssen noch die beiden Antennen am Deckel modifiziert werden. Da das neue Panel ein wenig dicker ist, passt die Führung nicht mehr richtig. Hier kann einfach eine Ecke mit dem Seitenschneider abgezwackt werden (weiches Metall).

Nun müssen die Hinges am neuen Panel befestigt werden. Dies geschieht am einfachsten mit doppelseitigem Klebeband (es muss dünn sein). Die Hinges sollten bündig mit der Vorderkante des Panels abschließen, sonst lassen sie sich später nicht mehr richtig festschrauben. Es empfiehlt sich, an der Rückseite des Panels am Rand ein kleines Polster anzukleben, damit das Panel nicht in den Deckel rutschen kann. Dafür kann man z.B. dickes doppelseitiges Klebeband verwenden.

Nun kann man das Display problemlos zusammensetzen. Es ist alles noch ein wenig enger als davor, aber passen tut es. Nach dem Booten wird das neue Panel erkannt und man kann sich über einen großen Desktop freuen.

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